Demokratisches Empowerment durch Biografiearbeit
Projektbeschreibung:
Im Rahmen von wöchentlichen Workshops (ca. 15 Termine) im 1. Winterhalbjahr des Schuljahres 2026/27 begeben sich die Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs der Albert‐Einstein‐Schule auf eine Spurensuche in ihre jeweiligen Familiengeschichten. Durch den kreativen Zugang (z. B. Recherche von Foto- und Filmaufnahmen, Gespräche mit den Eltern und Großeltern, etc.) werden historische Ereignisse und Erfahrungen erfahrbar gemacht, geben Auskunft über die eigene Identitätsentwicklung und schärfen das Bewusstsein für gegenwärtige demokratische Prozesse.
Die Recherchearbeiten starten mit Hilfe eines gemeinsam erstellten Fragenkatalogs: z. B. wie sahen die Lebensbedingungen in den Herkunftsregionen ihrer (Ur-) Großeltern und Eltern aus; welche Demokratie- oder Verfolgungserfahrungen haben sie in ihren Heimatorten gemacht, etc. Ergänzend zu den gesammelten Rechercheergebnissen besuchen die Teilnehmenden Orte wie z. B. Kirchen, Moscheen, Jugendzentren, die für sie identitätsstiftend sind, aber auch den Blick in die Vergangenheit richten wie z. B. das ZeitZentrum Zivilcourage Hannover, Gedenkstätten, etc., um die familiären Vergangenheiten in den Kontext der gegenwärtigen Lebenswelt zu reflek-tieren. Abschließend werden die Teilnehmenden ihre Ergebnisse künstlerisch z. B. in Form einer Collage, einer Ausstellung, einer digitalen Präsentation zusammenfügen und im Rahmen einer Abschlussveranstaltung präsentieren.
Träger des Projektes: Global Partnership e.V.
Ansprechpartnerin: Anke Biedenkapp, global_partnership_h@icloud.com
Handlungskonzept:
Das Projekt besteht im Prinzip aus vier Modulen:
1. Anfang Juni 2026 startet das zweiköpfige Projektteam mit den metho-dischen und inhaltlichen Vorarbeiten und tauscht sich mit externen Impuls-gebern aus.
2. Die praktische Arbeit mit den Jugendlichen beginnt mit dem Winterhalbjahr 2026/27, d.h. Mitte August – in Form von ca. 15 wöchentlichen Nachmittagstreffen in den Räumen der Albert-Einstein-Schule. Hier werden Hintergrundinformationen vermittelt, Präsentationstechniken vorgestellt und die Schritte der individuellen Recherche zum Erstellen der „Fotobiografie“ besprochen.
Diese orientieren sich im Wesentlichen an drei Leitfragen:
– Wofür haben die eigenen Eltern oder Großeltern „gekämpft“?
– Welche Werte haben sie getragen – und welche geben wir weiter?
– Wie sieht mein persönlicher Beitrag für eine zukunftsfähige Demokratie aus und wie bringe ich das im Einklang mit den Vorstellungen der anderen.Zu besonders interessanten Einheiten binden wir auch weitere Schüler*innen der AES ein.
3. Ergänzt und vertieft werden die gewonnenen Erkenntnisse durch Vor-Ort-Besuche von a) Institutionen, die den Blick in die Vergangenheit richten, um das Bewusst-sein für gegenwärtige demokratische Prozesse und Notwendigkeiten zu schärfen ( z.B. das ZeitZentrum Zivilcourage Hannover, die Gedenkstätte Ahlem, das Historische Museum der Landeshauptstadt, lokale “Denkmale“ etc.)b) (religiöse) Orte und Plätze, die Jugendliche prägen bzw. von ihnen geprägt werden (Moscheen, Kirchen, Jugendzentren …)
4. Präsentation des Erarbeiteten in unterschiedlichen Phasen zu gegebenen Anlässen (9. November und Volkstrauertag 2026, Auschwitztag 2027) – wo das Erarbeitete der (Schul-) Öffentlichkeit näher gebracht wird und diese Inspiriert wird, sich selbst intensiver mit der (Familien-)Geschichte zu beschäftigen und für die Demokratie zu engagieren.
Das bedeutet, dass vor allem in dieser 4. Phase und punktuell auch in der 2. Phase Gedankenanstöße und Ergebnisse, die aus dem Projekt resultieren, an Gleichaltrige, Jüngere und Erwachsene weitergegeben werden – und damit die Zahl der Projektadressanten weit höher liegt als die der Kerngruppe.
Teilnehmerzahl: 20
Projektzeitraum: 01.08.2026 - 31.12.2026
Fördersumme: 12.887,10 € (plus 1.431,90 €)
